The Lancet vom 22. April 2020:

The key role of palliative care in response to the COVID-19 tsunami of suffering

Lukas Radbruch | Felicia Marie Knaul | Liliana de Lima | Cornelis de Joncheere | Afsan Bhadelia

Coronavirus disease 2019 (COVID-19) has brought a tsunami of suffering that is devastating even well resourced countries. The disease has wreaked havoc on health systems and generated immense losses for families, communities, and economies, in addition to the growing death toll. Patients, caregivers, health-care providers, and health systems can benefit from the extensive knowledge of the palliative care community and by taking heed of long-standing admonitions to improve access to essential medicines, particularly opioids for the relief of breathlessness and pain.​

For low-income and middle-income countries (LMICs), the COVID-19 pandemic is likely to be even more severe than in high-income countries. There will probably be a high burden of COVID-19 in settings where there are weak health-care systems, lack of access to clean water and disinfectants, poor outbreak preparedness, severe shortages in personal protective equipment (PPE) and medical technology, challenges in enforcing physical distancing regulations, and reliance on informal employment… [weiterlesen]

» Artikel aus „thelancet.com“ vom 22.04.2020 zum Download (pdf-Dokument)


Video vom 26.02.2020 | SAT.1 NRW

Urteil über Sterbehilfe

Beitrag zum Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Recht auf Sterbehilfe mit Stellungnahme von Univ.-Prof. Dr. med. Lukas Radbruch, Direktor der Klinik für Palliativmedizin. [zum Video]

Bild-Quellen: SAT.1 NRW

Weiterführende Links:


Hören Sie Ihre Geschichte

Das Familienhörbuch-Projekt

Im Angesicht der Diagnose Krebs oder anderer schwerer Erkrankungen bekommen Mütter und Väter in diesem Forschungsprojekt seit 2017 die Möglichkeit, ihre ganz persönliche Lebensgeschichte für ihre kleinen und heranwachsenden Kinder aufzuzeichnen.

Die Aufarbeitung der eigenen Biografie dient nicht nur der Bereitstellung von Erinnerung, sondern hilft den Betroffenen auch Lebenssinn zu finden. Das Audio-Biografie-Projekt zeichnet Lebensspuren nach und ist ein Angebot, sich mit seiner Lebens- und auch Krankheitsgeschichte außerhalb des medizinischen Umfeldes zu befassen und sich nicht mehr nur noch als kranker oder schon vom Tod geprägter Mensch wahrzunehmen. 

Audiobiografisches Arbeiten unterstützt schwer erkrankten Müttern und Vätern noch junger Kinder, sich auch der frohen, kraftvollen, lebenslustigen Seiten ihrer Lebensgeschichte zu vergegenwärtigen. Somit kann das Erzählen der eigenen Lebensgeschichte auch mit einer Entspannung in Krisensituationen einhergehen. 

Gleichzeitig wird das Familienhörbuch zum Zukunftsgeschenk für die früh verwaisenden Kinder und ihre Familien, die die Hinterbliebenen durch die Trauer und in das weitere Leben begleiten kann und viele Antworten auf die Frage „Wer war meine Mutter? Wer war mein Vater?“ gibt.​.. [weiterlesen]

Weiterführende Links:


Video | WDR-Produktion

Streitfall Sterbehilfe – Wer bestimmt über mein Ende

Hilfe zum Suizid – das wünschen sich einige Schwerstkranke, die ihr Leid nicht mehr ertragen können. Doch seit 2015 – nach langwierigen Diskussionen – ein neues Gesetz verabschiedet wurde, ist „geschäftsmäßige“ Förderung der Selbsttötung strafbar. 

Streitfall Sterbehilfe – Wer bestimmt über mein Ende? | Video verfügbar bis 23.09.2020 | Screenshot: Universitätsklinikum Bonn

Bis zu drei Jahre Haft drohen. Welche Folgen hat das Gesetz für unheilbar Kranke, aber auch für Ärzte, die verunsichert sind, wie weit sie in der Begleitung ihrer Patienten gehen dürfen? 

Heftiger Streit um § 217

Um den § 217 wird heftig gestritten: Ein erfolgreiches Gesetz, sagen die einen, denn Sterbehilfevereine mussten ihre Tätigkeit in Deutschland einstellen. Ein unnötiges, schlecht gemachtes Gesetz, sagen die anderen, denn es untergrabe das vertrauensvolle Arzt-Patienten-Verhältnis in einer hoch sensiblen Situation.Ein Film von Erika Fehse.

Link zur WDR -Mediathek


General-Anzeiger Bonn vom 6. Februar 2020:

Bonner Prinzenpaar besucht Palliativstation am UKB

Prinz Richard I. und Bonna Katharina III. haben etwas Frohsinn in die Uniklinik gebracht. Darüber freute sich eine 62 Jahre alte Patientin ganz besonders.

Feierten gemeinsam Karneval auf der Station: (v.l.) Lukas Radbruch, Direktor der Klinik für Palliativklinik, Prinz Richard I, Patientin Manuela S., Bonna Katharina III, die Humoristen. Foto: Luca Samlidis

Nach dem Besuch von Prinz Richard I. und Bonna Katharina III. sitzt Manuela S. mit strahlendem Lächeln und einer roten Kunststoffnase auf einem Stuhl im Flur der Palliativstation. Die 62-jährige Patientin der Uniklinik, die seit ihrer Jugend in Wachtberg lebt, ist sichtlich gerührt vom Besuch des Bonner Prinzenpaars.

Die beiden verwandelten am Donnerstag die Station am Venusberg kurzzeitig zur Karnevalshochburg. „Der richtige Karneval findet nicht in großen Sälen statt, sondern bei solchen Ereignissen hier und auf der Straße“, sagte die Patientin dankbar und blickt auf die vielen Karnevalserinnerungen der letzten 62 Jahre zurück.

Das Klinikpersonal, das sich viel Mühe mit der Auswahl von Verkleidungen und stimmungsvoller Musik gegeben hatte, begrüßte den Prinz und die Bonna. Die Humoristen „Lilly und Robert“, die schon seit drei Jahren regelmäßig im Bonner Klinikum für gute Laune sorgen, hatten ihre Instrumente schon ausgepackt und brachten die Stimmung schnell zum Höhepunkt. [weiterlesen]


Pressemitteilung | 12. November 2019

Snoezelwagen für die Palliativstation am Universitätsklinikum Bonn

Bonner Stadtsoldaten unterstützen Erweiterung der Therapieformen

Unheilbar kranke Menschen haben neben ihren Schmerzen auch häufig tiefgehende Ängste, die es ihnen sehr schwer machen, abzuschalten. Um diesen Menschen Entspannung zu verschaffen, können angenehme Gerüche, warmes Licht und beruhigende Geräusche therapeutisch eingesetzt werden. Mit Hilfe einer Spende des Verein Senioren- und Jugendhilfe e.V. im Bonner Stadtsoldaten-Corps wurde für die Patienten auf der Palliativstation Saunders am Universitätsklinikum Bonn (UKB) ein so genannter „Snoezel-Wagen“ angeschafft, der eine solch entspannende Therapieform ermöglicht.

„Snoezelen“ kommt aus der niederländischen Sprache und setzt sich aus zwei Worten zusammen: „snuffelen“ (für Schnuppern oder Schnüffeln) und „doezelen“ (für Dösen und Schlummern). Die Therapieform des „Snoezelens“ schafft mit dem Einsatz von Licht, Düften und Geräuschen eine Umgebung, die die Sinne aktiviert und inspiriert, wertvolle Erinnerungen weckt und Ängste löst. Der nun am UKB vorhandene Snoezel-Wagen wird dazu in das Zimmer der häufig bettlägrigen Menschen gefahren. Dort zaubert er mit Farbprojektoren und einer Wassersäule visuelle Effekte an die Wände. Mit der Musikanlage des Wagens kann entspannende Musik oder Meeresrauschen abgespielt werden. Außerdem hält der Wagen angenehme Gerüche bereit und Materialien, die ertastet und gefühlt werden können.

Bei der Übergabe des Snoezel-Wagens (v.l.): Dr. Michaela Hesse, Sozialdienst am UKB, Werner Kentrup und Karl-Heinz Morschhaeuser, Verein Senioren- und Jugendhilfe e.V. im Bonner Stadtsoldaten-Corps, Andrea El-Khawaga, Stationsleitung Station Saunders, und Prof. Lukas Radbruch, Direktor der Klinik und Poliklinik für Palliativmedizin. Bildnachweis: Universitätsklinikum Bonn (UKB)/R. Müller

Bei der Übergabe des Snoezel-Wagens (v.l.): Dr. Michaela Hesse, Sozialdienst am UKB, Werner Kentrup und Karl-Heinz Morschhaeuser, Verein Senioren- und Jugendhilfe e.V. im Bonner Stadtsoldaten-Corps, Andrea El-Khawaga, Stationsleitung Station Saunders, und Prof. Lukas Radbruch, Direktor der Klinik und Poliklinik für Palliativmedizin. Bildnachweis: Universitätsklinikum Bonn (UKB)/R. Müller

„Der Snoezel-Wagen unterstützt das zentrale Ziel unserer Arbeit auf der Palliativstation – den Patienten und ihren Angehörigen größtmögliche Lebensqualität zu ermöglichen“, sagt Prof. Lukas Radbruch, Direktor der Klinik und Poliklinik für Palliativmedizin am UKB. „Die sinnesorientierte, atmosphärische Snoezeltherapie ergänzt unsere bisherigen Angebote der Schmerztherapie, Symptomkontrolle, Physiotherapie und seelsorgerischer Begleitung perfekt.“ Radbruch bedankte sich bei der Bonner Stadtsoldaten herzlich für die Unterstützung bei der Anschaffung des Snoezel-Wagens, der insgesamt 4.200 Euro kostete. weiterlesen…

» Pressemitteilung vom 19.11.2019 zum Download (pdf-Dokument)


WDR aktuell vom 16.04.2019:

Bundesverfassungsgericht zum Verbot der geschäftsmäßigen Sterbehilfe

SWR2: ForumSterbehilfe auf dem Prüfstand, Sendung vom 15.04.2019

Gibt es ein Recht auf selbstbestimmtes Sterben?

Es diskutieren:
Anne Schneider, Religionslehrerin und Buchautorin
Prof. Dr. Jochen Taupitz, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Medizinrecht der Universitäten Heidelberg und Mannheim
Prof. Dr. Lukas Radbruch, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin und Direktor der Station für Palliativmedizin des Uni-Klinikums Bonn
Gesprächsleitung: Doris Maull

Den Link finden Sie hier


Pressemitteilung Nr. 09 | 1. April 2019

DFG fördert sechs neue Forschungsgruppen

Themen von Resilienz in Religion und Spiritualität über Adaptive Polymergele bis zum Zytomegalievirus / Insgesamt rund 18 Millionen Euro für erste Förderperiode

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) richtet sechs neue Forschungsgruppen ein. Dies beschloss der Hauptausschuss der DFG auf Empfehlung des Senats in Bonn. Die neuen Verbünde erhalten für zunächst vier Jahre insgesamt rund 18 Millionen Euro inklusive einer 22-prozentigen Programmpauschale für indirekte Kosten aus den Projekten. Die Förderdauer beträgt bis zu acht Jahre. Zusätzlich zu den sechs Einrichtungen wurde die Verlängerung von acht Forschungsgruppen und einer Kolleg-Forschungsgruppe für eine zweite Förderperiode beschlossen.

Forschungsgruppen ermöglichen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, sich aktuellen und drängenden Fragen ihrer Fachgebiete zu widmen und innovative Arbeitsrichtungen zu etablieren. Kolleg-Forschungsgruppen sind dabei speziell auf geisteswissenschaftliche Arbeitsformen zugeschnitten. Im Ganzen fördert die DFG damit zurzeit 168 Forschungsgruppen, zehn Klinische Forschungsgruppen und zwölf Kolleg-Forschungsgruppen.

Die sechs neuen Verbünde im Einzelnen
(in alphabetischer Reihenfolge der Hochschulen der Sprecherinnen und Sprecher)

Die Aufklärungsrate seltener genetischer Erkrankungen stagniert, weil zwar alle kodierenden Bereiche des menschlichen Genoms erfolgreich entschlüsselt wurden, doch diejenigen Erkrankungen, die aus Veränderungen in den nicht kodierenden Abschnitten entstehen, dabei unverstanden blieben. Die Forschungsgruppe „Jenseits des Exoms – Auffindung, Analyse und Vorhersage des Krankheitspotenzials nicht kodierender DNA-Varianten“ will deshalb die Auswertung von Gesamt-Genomsequenzen verbessern und Informationen zur Genregulation in einer Datenbank zusammenführen. (Sprecher: Prof. Dr. Markus Schülke-Gerstenfeld, Charité Berlin – FU Berlin und HU Berlin)

Die Fähigkeit, schwierige Lebenssituationen ohne anhaltende Beeinträchtigung zu überstehen, nennen Psychologen Resilienz. Die Forschungsgruppe „Resilienz in Religion und Spiritualität. Aushalten und Gestalten von Ohnmacht, Angst und Sorge“ will den Begriff im Verhältnis zur religiösen und spirituellen Dimension menschlichen Lebens untersuchen. Die Forscherinnen und Forscher wollen so die bisher üblichen Resilienzfaktoren wie Selbstwahrnehmung, Selbstwirksamkeit, Selbstregulation und -steuerung oder die Fähigkeit zur Konfliktlösung durch weitere Faktoren ergänzen und den Resilienzbegriff damit präzisieren. (Sprecherin: Prof. Dr. Cornelia Richter, Universität Bonn)

Die Forschungsgruppe „Adaptive Polymergele mit kontrollierter Netzwerkstruktur“ arbeitet mit Polymerbausteinen, die eine gemeinsame Netzwerkstruktur bilden und sowohl in Wasser als auch in organischen Lösungsmitteln quellen. Aufgrund ihrer Eigenschaften können sie vielseitig eingesetzt werden, etwa als Material für weiche Kontaktlinsen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wollen die Nano- und Mikrostruktur der Polymernetzwerke beeinflussen und dabei untersuchen, welchen Einfluss die Beschaffenheit einzelner Bausteine und die Art ihrer Verknüpfung im Netzwerk hat. (Sprecher: Prof. Dr. Sebastian Seiffert, Universität Mainz)

In der Kognitionspsychologie werden grundlegende Prozesse der menschlichen Handlungssteuerung anhand verschiedener experimenteller Paradigmen wie task switching, negative priming, sequential conflict oder action planning untersucht. Die Forschung zu den einzelnen Paradigmen entwickelte sich in der Vergangenheit jedoch unabhängig voneinander, da jeweils nur eine bestimmte Facette der menschlichen Handlungssteuerung analysiert wird. Die Forschungsgruppe „Merkmalsintegration und -abruf in der Handlungssteuerung“ will deshalb ein Rahmenmodell entwickeln, das die vorhandenen empirischen Befunde zu den einzelnen Paradigmen erklären und integrieren kann. Dieses soll neue Hypothesen und Vorhersagen, auch über das Gebiet der Handlungskontrolle hinaus, ermöglichen. (Sprecher: Prof. Dr. Christian Frings, Universität Trier)

Amyloidose ist eine seltene Erkrankung, bei der sich körpereigene, aber abnorm veränderte Eiweiße kontinuierlich in verschiedenen Geweben und Organen ansammeln und zur Fehlfunktion oder gar zum Versagen von Organen führen. Die sogenannte Leichtketten- oder AL-Amyloidose ist eine der am häufigsten auftretenden Formen der Erkrankung, deren Erscheinungsform aber höchst unterschiedlich ist. Ziel der Forschungsgruppe „Mechanismen der Fehlfaltung von Antikörper-Leichtketten in der Systemischen AL-Amyloidose“ ist es, für zwei besonders häufige Formen der AL-Amyloidose, nämlich Herz- und Nierenbefall, aufzuklären, wie ihre Entstehung und ihr Erscheinungsbild auf proteinbiochemische Faktoren zurückzuführen sind. (Sprecher: Prof. Dr. Marcus Fändrich, Universität Ulm)

Die Forschungsgruppe „Advanced Concepts in Cellular Immune Control of Cytomegalovirus” widmet sich der Untersuchung der zellulären Immunantwort bei der Abwehr des Zytomegalievirus. Dieses Virus gehört zur Familie der Herpesviren und bleibt nach einer Infektion lebenslang in den menschlichen Zellen. Bei gesunden Menschen stellt dies kein Problem dar, und die Infektion verläuft häufig symptomfrei; bei Patientinnen und Patienten mit schwachem Immunsystem kann eine Infektion hingegen gefährlich sein. Wie sich die Zytomegalieviren einer Erkennung durch das Immunsystem entziehen und welche Abwehrmechanismen das Immunsystem entwickeln kann, ist dabei bislang größtenteils unverstanden. Die Forschungsgruppe will diese Wissenslücke schließen. (Sprecher: Prof. Dr. Lars Dölken, Universität Würzburg)

Die neun für eine zweite Förderperiode verlängerten Verbünde
(in alphabetischer Reihenfolge der Hochschulen der Sprecherinnen und Sprecher und mit Verweisen auf die Projektbeschreibungen in der DFG-Internetdatenbank GEPRIS zur laufenden Förderung):

Weiterführende Informationen

Medienkontakt:


29.09.2018
Umgang mit dem Tod
Wie ein Arzt das Sterben erlebt

Gerade junge Menschen schieben den Gedanken an den Tod gerne weit von sich. Dass er jeden von uns zu jeder Zeit ereilen kann, wird gerne verdrängt. Der Medizinethiker Lukas Radbruch spricht im Vortrag über unseren Umgang mit dem Tod und darüber, wie Ärzte das Sterben erleben. 

Lukas Radbruch ist Medizinethiker und Anästhesist. Er musste bereits als tot erklärten Patienten eine Narkose setzen, erzählt er im Hörsaal-Vortrag. Er hat erlebt, wie sie noch Medikamente verabreicht bekamen und ihr Kreislauf überwacht werden musste. Bis schließlich die Organe für eine Transplantation erfolgreich entnommen werden konnten. Lukas Radbruch blieb dann als letzter im Raum zurück und musste allein die Maschinen abschalten. Das sei ihm noch lange nachgegangen, sagt er.

„Die Aufgaben des Arztes bestehen darin, den Kranken zu animieren, bis die Natur ihn heilt.“

Voltaire, franzöischer Philosoph (1694-1778)

Wann wird der Arzt im Sterbeprozess benötigt, wann sollte er sich lieber fernhalten? Lukas Radbruch beantwortet diese Frage im Hörsaal für die Gegenwart und verweist auch auf alte Lehren, nach denen sich der Arzt von Sterbenden fernhalten sollte. 

Schwieriger Umgang mit dem Tod

Lukas Radbruch argumentiert: Sterben ist keine Krankheit. Vor Jahrhunderten sei der Umgang mit den Toten Teil des Lebens gewesen, heute würde sich ein Teil der Hospize, Heime und Krankenhäuser schwer damit tun. Der Leichenwagen dürfe bei einigen Häusern nur am Hintereingang vorfahren.

„Wir haben den Toten im Bad liegen lassen, bis es dunkel war. Decke drüber, leere Kartons drauf und dann schnell hintenrum im Lastenaufzug ab in den Keller.“

Lukas Radbruch, Medizinethiker, über Erfahrungen aus seiner Zeit als Anästhesist

„Müssen wir sterben? Medizinische und biologische Aspekte von Sterblichkeit und Unsterblichkeit“ heißt der Vortrag von Lukas Radbruch, Medizinethiker, Anästhesist und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin. Aufgezeichnet wurde er am 2. Dezember 2016 im Rahmen der Vorlesungsreihe „Ethik des Sterbens“, die die Universität Bonn in Kooperation mit der Akademie für Sozialethik und Öffentliche Kultur veranstaltet hat.

Mehr zum Thema:

  • Wir sterben, weil wir komplex sind | Nicht jedes Lebewesen stirbt, aber der Mensch. Schon seit Jahrhunderten denken Forscher darüber nach, ob nicht doch auch bei ihm eine Unsterblichkeit erreicht werden könnte. Offenbar stirbt der Mensch unter anderem deshalb, weil er zu komplex gebaut ist.
  • Der Tod treibt uns an | Weil wir Angst vor dem Tod haben, wollen wir etwas schaffen, das uns überdauert. Deshalb bauen wir Pyramiden, zeugen Kinder und entwickeln Sprachen und Wissenschaft.
  • Jung, alt, unsterblich | Menschen werden immer älter – heute sogar fast doppelt so alt wie vor hundert Jahren. Im Tierreich ist das Spektrum viel breiter: von der Eintagsfliege bis zu einem Tier, das tatsächlich unsterblich ist.

» Bericht Deutschlandfunk Nova