Symptomkontrolle

Zur Behandlung von Übelkeit werden Antiemetika und niedrig dosierte Neuroleptika eingesetzt. Ergänzend können Steroide oder Cannabisderivate indiziert sein. Akupunktur oder Akupressur am Punkt Perikard 6 ist bei vielen Patienten wirksam und hat den Vorteil fehlender Nebenwirkungen.
Eine prophylaktische Behandlung mit Laxanzien sollte bei allen Patienten mit einer Opioiddauertherapie verordnet werden. Natriumpicosulfat oder Macrogol ist meist ausreichend wirksam.

Bei Patienten mit Luftnot bewirken Morphin oder andere Opioide in niedriger Dosierung eine schnelle Linderung. Die opioidbedingte Atemdepression senkt den Atemantrieb und vermindert die Atemarbeit. Die häufig gleichzeitig bestehende und die Atemnot verstärkende Angst sollte mit Benzodiazepinen, wie z.B. Lorazepam, behandelt werden. . Bei einer Behinderung der Atmung durch einen Pleuraerguss ist die mechanische Entlastung durch Pleurapunktion oder Pleurodese sinnvoll. Eine Hypoxie infolge unzureichender Transportkapazität des Blutes bei ausgeprägter Anämie kann durch Transfusionen gelindert werden.

Müdigkeit und Schwäche können durch die Reduktion des Allgemeinzustandes oder durch die Medikation ausgelöst werden. Eine Überprüfung des Medikamentenplans und Dosisreduktion oder Absetzen von nicht länger benötigten Medikamenten können die Müdigkeit deutlich verbessern. Bluttransfusionen können bei Patienten mit ausgeprägter Tumoranämie ebenfalls eine Linderung von Müdigkeit und Schwäche bewirken, dem gegenüber sind die Nachteile der Transfusion abzuwägen. Bei einzelnen Patienten können Amphetaminderivate sinnvoll sein.

Vor allem nachts können Angstzustände bei manchen Palliativpatienten unerträglich werden. Benzodiazepine und andere Sedativa sorgen für einen ruhigen Schlaf und verhindern quälerisches Grübeln. Lorazepam wird wegen seiner guten anxiolytischen Eigenschaften bevorzugt.
Nicht nur Angst, auch depressive Zustände treten bei Palliativpatienten häufig auf und können eine Behandlung mit trizyklischen Antidepressiva oder den neueren SSRI-Antidepressiva erfordern.