Umgang mit psychischen Belastungen,
sozialen und spirituellen Bedürfnissen

Die einschneidenden Veränderungen, die die Tumordiagnose und der Verlauf der malignen Erkrankung auslösen, belasten die Patienten auf einer psychischen, sozialen und spirituellen Ebene. Die Patienten verlieren ihre Rollenfunktion im Beruf und innerhalb ihrer Familie. Sie haben Angst vor dem weiteren Verlauf, dem Sterben und dem Tod. Sie fürchten sich davor, ihre Angehörigen zurückzulassen. Dazu kommt oft eine materielle Unsicherheit, wenn die finanziellen Belastungen durch die Behandlungsversuche die Finanzreserven aufzehren.

Eine Behandlung dieser psychosozialen und spirituellen Probleme ist erst dann möglich, wenn existentiell bedrohliche Symptome wie Schmerzen, Luftnot oder Angstzustände ausreichend gelindert worden sind. Andererseits können psychosoziale oder spirituelle Probleme die körperlichen Symptome verstärken, und eine ausreichende Symptomkontrolle ist nur möglich, wenn diese Probleme identifiziert und behandelt werden.

Die sozialen und spirituellen Bedürfnisse der Patienten können sehr unterschiedlich sein. Nicht immer besteht zwischen Patienten und Angehörigen ein Konsens. Aufgabe des Arztes kann es nur sein, dem Patienten bei der Suche nach den für ihn wichtigen Zielen behilflich zu sein und ihn bei der Verwirklichung dieser Ziele zu unterstützen.

Spirituelle und religiöse Bedürnisse sind nicht immer gleich zu setzen. Viele Menschen fühlen sich keiner Religionsgemeinschaft zugehörig, fühlen sich aber doch als spirituelle Menschen. Fragen nach dem Sinn des eigenen Lebens, dem Warum des Sterbens oder eines Lebens nach dem Tod tauchen gerade in dieser besonderen Lebenssituation immer wieder auf. Immer mehr Menschen kommen aus anderen Kulturkreisen und Nicht-Christlichen Religionen. Die Umgangsweise mit Sterben und Tod unterscheiden sich oft deutlich von der uns bekannten christlichen Kultur. Diese Umgansweisen sollten dem Palliativteam bekannt sein und in der täglichen Arbeit befolgt werden.